Personennetzwerke – Visualisierung von Relationen zwischen den Autoren

Ein Netzwerk ist — vereinfacht gesagt — eine Menge von autonomen Objekten, die in einem gemeinsamen System auf eine (vor)definierte Weise miteinander verbunden sind. In diesem Fall sind die Objekte Autoren eines Wikis und das Personennetzwerk die Darstellung der durch bestimmte Eigenschaften miteinander in Relation stehenden Autoren.

Ein Wiki lebt von der impliziten Kommunikation der Autoren. Jedes Individuum teilt sein Wissen und seine Erkenntnisse innerhalb des Wikis, sodass durch das gemeinsame Editieren der Artikel ein gemeinschaftliches Wissen entsteht. Auf diese Weise entstehen informelle Gruppen (Cliquen) von Autoren, die regelmäßig an gegenseitigen Artikeln mitwirken (editieren). Dieses Vorgehen impliziert eine indirekte soziale Interaktion, da die Autoren durch ihre Handlungen auf einander reagieren, einander beeinflussen und steuern. So entsteht eine Sammlung an Wissen, die durch unterschiedliche Kenntnisse und Erfahrungsstände der Individuen gebündelt wird. Dieses Wissen ist also enorm von den Interaktionspartnern abhängig.

(Media-)Wiki Systeme lassen jedoch keinen Einblick auf diese impliziten sozialen Strukturen der Autoren zu. Es werden keine Tools angeboten, mit deren Hilfe die Kommunikationscliquen entdeckt werden können. Die Strukturen sind aber wichtiger denn je, insbesondere innerhalb von Unternehmenswikis.

Relationen zwischen den Autoren

Eine Relation impliziert eine Beziehung, die zwischen den Autoren bestehen kann, wobei die gemeinsamen Eigenschaften der Autoren im Vordergrund stehen. Mit der Visualisierung möchte ich explizit sichtbar machen, welche Autoren mit wem und wie oft gemeinsam an Artikeln arbeiten.

Bei dieser Fragestellung entstehen zwei Sichten auf die Darstellung:

  • ‘Wer ist mit wem thematisch verwandt?’ — global.
  • ‘Wer ist mit einem bestimmten Autor $X$ thematisch verwandt?’

Thematische Verwandtschaft

Ein Author ist mit einem anderen Author thematisch verwandt, wenn beide gemeinsam mindestens einen Artikel verfasst oder mindestens einen Artikel des Anderen editiert haben. Um so häufiger die Autoren verschiedene Artikel miteinander editieren um so enger sind sie miteinander thematisch verwandt, denn um so häufiger sie an unterschiedlichen Artikeln arbeiten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide sich in diesen Themen gut auskennen (sie ergänzen sich gegenseitig). Wenn sie jedoch zwar häufig aber nur an einem oder wenigen unterschiedlichen Artikeln schreiben, sagt es nichts darüber aus ob sie sich in ähnlichen oder gleichen Themen auskennen.

relationsDiese Relation lässt sich mit Hilfe eines Graphen am deutlichsten audrücken.
Eine Kante des Graphen G verbinde jedes Knoten-Paar (x,y) von Autoren, die zumindest einen Artikel zusammen editiert haben. Die Kantenstärke stelle die Häufigkeit des Auftretens der Relation an verschiedenen Artikeln dar. Je häufiger das Relationentupel auftritt, umso dicker die Kanten. Die thematische Verwandschaft ließe sich durch Nähe der Knoten verständlicher gestalten, allerdings bieten nur wenige Frameworks die Möglichkeit, die Kantenlänge fest definieren zu können. Die Dicke der Kanten (Linien) ist jedoch ein mindestens genau so gutes Gestaltungsmittel, um die Stärke und Häufigkeit der Kommunikation unter den verknüpften Autoren auszudrücken.